Fernstudium

Fernstudium...

Oder...... dann eben Indien ohne Aschram!

 

 

51! –J A H R E!  So alt bin ich nun schon. Bin, wie bereits erwähnt Großmutter. Ab jetzt eine Fern-studierende Großmutter.“Oma geht zur Schule“ klingt schon etwas seltsam. Wobei, Oma geht ja genaugenommen gar nicht zur Schule, „Oma guckt Schule“ im Rechner. Oma macht nämlich ein Fernstudium. Oma will es quasi noch einmal wissen…..

 

Es soll ja Altersgenossen geben die jetzt doch noch mit ihren Motorrad Führerschein beginnen um die im Brausebrand ,vor etwa 35 Jahren, geplante Biker Tour zu unternehmen, oder  endlich nach Indien in einen Aschram fahren um die langersehnte und immer wieder verschobene Erleuchtung doch noch mit zu nehmen. Gut fürs Karma und so…wird ja in unserem Alter auch immer wieder mal Thema.

 

 

Ich hab schon einmal versucht ein Fernstudium zu beginnen. Wenn ich mich dann selbst frage, warum ich es  nicht durchgezogen habe, antworte ich mir selbst: Das war wohl nicht die richtige Zeit dafür, ich war noch nicht bereit, ich hatte „den  Kopf“ dafür nicht, das war wohl nicht das richtige Thema…ach…mir reicht das dann an sich und ich frage nicht weiter nach.

 

 

Jetzt ist die richtige Zeit! Jetzt- mit 51!! Warum? Weiß ich nicht! Ich bin ein Bauchmensch und ich „fühle das“. Jaja…mag der Eine oder Andere jetzt denken, ja ne, is klar „ sie füüüüühlt es“! Aber andere wissen eventuell jetzt ganz genau wovon ich rede. Vielleicht auch so eine Ü50-Erscheinung.

 

Man „fühlt auf einmal etwas“ das eigene Bauchgefühl drängelt sich wieder mehr in den Vordergrund,  nimmt Kontakt auf, lässt sich nicht mehr einfach so den Mund verbieten und dreht sich dann beleidigt weg. Was sich plötzlich stimmig und als gute Zusammenarbeit zwischen Uns, Bauch, Herz und Hirn anfühlt wirkt auf andere, nennen wir es mal liebevoll  und wohlwollend „spleenig“. Läuft bei Vielen doch direkt eine Art „Kosten Nutzen Rechnung“ im Kopf ab. Ist ja im Grunde eine Ausbildung, die Geld kostet, mit 51! Wenn es sich überhaupt lohnt, was  offensichtlich allein schon sehr fragwürdig erscheint, dann ja wohl nicht soooo lange.

 

 

“Du arbeitest doch nur noch 14 Jahre!“ Ähm, ja?! 14 J A H R E! Das ist doch lang!? Soll ich jetzt denken, ach, die 14 Jahre, die sitze ich doch auf einer „Ihr wisst schon was“ sowas von ab, in einem Job der mir mal so gar nicht gefällt gerade?? Das zieh ich jetzt durch. Da steh ich drüber. Soooo schlimm ist das doch nicht! NE ist es auch nicht. Aber es geht vielleicht auch anders.

 

„Man lebt nur einmal“ gehörte dieser Satz bisher und in meiner Jugend immer nur zu irgendwelchen Saufgelagen der Oldies, so denke ich mittlerweile anders über ihn nach. Ich habe nämlich jetzt mehr Zeit hinter mir als vor mir, da denkt man schon mal darüber nach was man  gern machen würde. Und ich möchte halt jetzt dieses Fernstudium absolvieren.

 

 

 

„Bringt das denn  was, bekommst du einen Job danach“? Da ich nicht in die Zukunft sehen kann weiß ich das nicht .Ich weiß nicht, ob ich zu alt dafür bin, ich weiß auch nicht, ob es sich lohnt, ob mich jemand nimmt, ob ich es überhaupt kann, ob ich es gut mache, ob ich am Ball bleibe. Was ich aber weiß ist, es gefällt mir, es macht mich zufrieden, es macht mir Spaß, es interessiert mich. Und ich weiß mittlerweile das das Leben  viele Planänderungen vornimmt, so viel eigenständig entscheidet, so viel Überraschungen bereithält, so viel zu bieten hat, und immer irgendetwas „kommt“. Es geht immer weiter, mal in diese mal in jene Richtung. Und ich weiß, wenn ich irgendetwas „anders“ haben möchte, muss ich es anders machen. Vielleicht sitze ich in einem Jahr wieder in irgendeinem Büro, vielleicht macht es mir sogar großen Spaß, vielleicht bin ich aber auch ganz woanders…..Mit oder ohne Fernstudium geht es irgendwie immer weiter, und das ist auch gut so.

 

 

 

Also habe ich (mal wieder) ungeduldig auf meine ersten Unterlagen gewartet. Ein bisschen mulmig war mir schon, ich hatte im Hinterkopf: Was, wenn du es wieder nicht machst? Aber etwas scheint dieses Mal wirklich anders zu sein, die Verbissenheit damit hinterher auch wirklich etwas zu erreichen ist weg. Ich mache es jetzt nur noch weil ich es möchte, weil es genau DAS ist was ich jetzt will. Daraus ergibt sich eine gewisse Entspanntheit, aber auch eine gewisse Disziplin, die vorher nicht da war .Paradox? Und ich habe das innere Vertrauen das es mich durchaus weiterbringt. Weil uns alles irgendwo hinbringt.

 

Als hätte sich das Schicksal gedacht „meine Güte nu fängt sie schon wieder mit sowas an, da erleichter ich ihr mal den Einstieg, ist ja nicht mit an zu sehen „ erhielt ich für die erste Einsendeaufgabe eine EINS!

 

Nun kann es natürlich sein, dass es sich bei der ersten Aufgabe ähnlich verhält wie bei „Wer wird Millionär“, die erste Frage für Total-Doofis , damit es überhaupt weitergeht. Ich habe mich trotzdem gefreut und war (bin) ordnungsgemäß motiviert.

 

Ich gebe zu ich hatte es mir dann doch etwas einfacher vorgestellt, aber noch ist es zu begreifen und gut zu händeln. Man muss sich einfach drauf einlassen und akzeptieren dass man es „nicht mal eben durchzieht“, sondern es seine Zeit braucht. Anfangs saß ich inmitten von Chaos und lernte. Alles was ich diesbezüglich gekauft hatte lag chaotisch um mich herum. Textmarker ,Ordner, Blöcke, Pot-it`s usw. Ichbin  nämlich ein „Equipment-Typ“ keine Ahnung warum das so ist, aber wenn ich mal wieder ein neues „Privates-Projekt“ habe, brauche ich direkt die „Profi-Ausrüstung“ die Profiausrüstung wäre jetzt nicht unbedingt schon nötig gewesen, die Pot-it`s habe ich noch nicht gebraucht (alles online) und die schönen bunten Trennblätter entpuppten sich beim Auspacken als schöne bunte Briefumschläge.(Notiz: Lesebrille muss mit einkaufen gehen ab jetzt) auch gut, kann ich mal einen Brief schreiben…. Ich hab sowas aber dann gern zu Hause, ich brauche diesen Außenbeweis für mein Vorhaben, warum auch immer. Möchte ich gerade Vegetarier sein reicht es mir auch nicht Vegetarisch zu kochen, nein, ich muss gleich Bücher haben über die Auswirkungen von fleischloser Ernährung, wie gesund es doch ist, schaue mir Reportagen an von Aktivisten und Tierschützern, kaufe direkt Lebensmittel für die nächsten 27 Jahre und würde am liebsten allen Landwirten ihre Tiere wegnehmen… Thats me-was solls.

 

Was ich eigentlich sagen wollte:

 

Fahrt nach Indien! Wenn sich die verschobene Erleuchtung dann als ein schöner Strandurlaub und der Ashram als kleines süßes Hotel erweist-so What? Macht Euren Führerschein, und wenn Ihr dann beim Einsteigen ins Auto oder auf dem Weg zur S-Bahn liebevoll  über Euer unbenutztes Bike streicht, dann ist das eben so! Tut doch keinem weh. Vielleicht eröffnet es aber auch neue Wege. In Indien oder auf der Route 66.Wer weiß das schon. Manchmal ist tatsächlich der Weg das Ziel, und manchmal erscheint plötzlich eine neue Route, niemand kann uns sagen was uns gut tut, sollen die mal alle schön machen was IHNEN gut tut, „und gut ist“